Zweigverein Kassel     

 

Arbeitskreis Denkmalschutz und Stadtgestalt

Unser Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt ist nach wie vor unermüdlich für den Erhalt historischer Zeugnisse im Kasseler Stadtbild aktiv. Leider haben wir nicht immer den gewünschten Erfolg. Aber auch für Teilerfolge oder Anregungen, die aufgegriffen werden, lohnt sich unser Einsatz.
Positiv wirkt sich auch aus, dass wir mit Dr. Christian Presche wieder im Denkmalbeirat der Stadt Kassel vertreten sind.
Besonderer Dank gilt Dr. Christian Presche und Karl-Martin Rosner für ihren unermüdlichen Einsatz.

Mitstreiter sind im Arbeitskreis gerne gesehen, je mehr um so erfolgreicher!
Unser Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt trifft sich jeweils am 3. Donnerstag im Monat im „Kunsttempel“, gegenüber der Stadthalle in der Friedrich-Ebert-Straße.
Sprecher ist unser Vorstandsmitglied Dr. Christian Presche: (Telefon 0561/13326; info@presche-chr.de.)

 

Aktuelle Themen sind zur Zeit

  1. Umbaupläne der Königsstraße
  2. Geplante Bebauung Baunsbergstraße/Heideweg

 

  1. Umbaupläne der Königsstraße.
    Eine ausführliche Ausarbeitung von Dr. Christian Presche zu diesem Thema finden Sie unter
    http://www.presche-chr.de/christian/Koenigsstrasse_Positionen_zum_Umbau_CPresche.pdf

    Am 26.5.2015 berichtete die HNA über die Bedenken, die unser Arbeitskreis zu den vorliegenden  Gestaltungsplänen der Stadt hat.
    Es folgt der Originalbrief an die HNA vom 21.5.2015

    Pressemitteilung: Umbau Königsstraße, Beleuchtung
    Der Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt Kassel betrachtet die aktuellen Planungen für die Königsstraße mit Sorge: Durch das dunkle, graue Pflaster und die Hängeleuchten erhalte Kassels wichtigste Einkaufsstraße den „Charme“ einer Hauptverkehrsstraße. Die große Höhe und die geringere Anzahl der stark blendenden Leuchten würden nicht nur bei Nacht eine unwirtliche Atmosphäre erzeugen, sondern auch den städtebaulichen Charakter der Straße empfindlich stören:
    „Der freie Blick auf Landesmuseum und Martinskirche ist bisher prägend für die Königsstraße – das ist ein starker Wiedererkennungswert, der auch für das Stadtmarketing relevant ist,“ so der Sprecher des Arbeitskreises, Dr. Christian Presche. „Während die langen perspektivischen Fluchtlinien der Königsstraße in einem Punkt zusammenlaufen, setzt der Turm des Museums einen absichtlichen senkrechten Akzent oberhalb dieses Fluchtpunkts. Dieser wirkungsvolle Abschluss der Straße kommt jedoch nur zur Geltung, wenn er nicht durch weitere Akzente und Fluchtlinien über der Straße überlagert wird. Aber genau in diesen wichtigen, offenen Luftraum sollen nun die Leuchten gehängt werden.“
    Besonders kritisch sieht der Arbeitskreis die nächtliche Situation, wenn die Hängeleuchten den angestrahlten Museumsturm (und den Laserstrahl) überblenden werden.

    „Das Landesmuseum ist 1907–12 durch den bedeutenden Architekten und Stadtplaner Theodor Fischer sorgsam auf den gesamten Straßenverlauf abgestimmt worden: als Blickpunkt und zugleich als optische Überleitung zur Wilhelmshöher Allee.“ Standlaternen unterstützten die gerade Ausrichtung der Königsstraße auch über den Friedrichsplatz hinweg und seien schon im 18. Jh. ein integraler Teil der Gestaltung gewesen. Die heutige Laternenform, die sich an Kasseler Vorbilder der 1820er Jahre anlehnt, sei inzwischen selbst ein Markenzeichen der Straße. Es sei auch zu einfach, die Masten als störendes Hindernis abzutun: „Die Laternenmasten grenzen lediglich die Straßenbahntrasse ab – einen Bereich, in dem der Aufenthalt ohnehin problematisch ist.“ Damit seien sie sogar ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor, der (anders als nur ein Streifen im Pflaster) auch dann wirke, wenn man nicht ständig auf den Boden achten wolle oder könne. Und selbst die Anbringung leicht auffindbarer Abfallkörbe sei mittels der Masten pragmatisch gelöst.

    Der Arbeitskreis bedauert, dass offenbar schon frühzeitig eine Festlegung durch die verantwortlichen Planer getroffen wurde; als Vorbild werde der Erfurter Anger genannt, den dasselbe Büro bereits mit Hängeleuchten ausgestattet hat. „Beide Straßen sind aber nicht miteinander vergleichbar“, so Presche: „Der Anger ist eine gebogene mittelalterliche Straße, die vom Blick auf die gekrümmten, abwechslungsreichen Häuserfronten lebt; die Straßenbreite variiert und es gibt keine weithin sichtbaren markanten Endpunkte. Der Verzicht auf Standlaternen ist dort durchaus berechtigt.“ Die geradlinige barocke Königsstraße stelle dagegen ganz andere ästhetische Anforderungen, auf die auch entsprechend eingegangen werden müsse.
    gez. Christian Presche


    im Namen des Arbeitskreises für Denkmalschutz und Stadtgestalt
    in gemeinschaftlicher Trägerschaft von:
    Gesellschaft für Kultur- und Denkmalpflege / Hessischer Heimatbund, Niederhess. Zweigverein Kassel e.V., Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde e. V. - Zweigverein Kassel, Verein Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V.

    Diesem Brief sind 3 Anlagen mit Abbildungen und weiteren Erläuterungen beigefügt. Den vollständigen Brief können Sie einsehen unter:
    http://www.presche-chr.de/christian/AkDS_Pressemitteilung_Koenigsstrasse_Beleuchtung.pdf


     
  2. Geplante Bebauung Baunsbergstraße/Heideweg
    Unser Arbeitskreis hat zu der geplanten Bebauung eine Pressemitteilung herausgegeben, die am 17. Juni 2015 in der HNA veröffentlicht wurde.
    Diese steht zum Nachlesen oder Herunterladen auf der Internetseite von Christian Presche bereit:

    http://www.presche-chr.de/christian/AkDS_Stellungnahme_Neubau_Baunsbergstraße_Heideweg.pdf
 



Unser Arbeitskreis wird gehört und hat zumindest beachtliche Teilerfolge:

Am 15.2.2014 berichtete die HNA über das Engagement für das Industriedenkmal Salzmann. Eventuelle Erfolge werden sich langfristig zeigen.
Objekte wie der Renthof, der Ausbildungsstätte (Mauritianum) von Heinrich Schütz, stehen zur Diskussion;
in der Planung Freibad Wilhelmshöhe ist Ruhe eingekehrt (ein wenig auch Verdienst unseres Arbeitskreises Denkmalschutz;
das Zollamt am alten Hauptbahnhof wird leider doch abgerissen;
die Torwache als authentische Grimmwohnung und das ehemalige FA Goethestraße als Justizzentrum sind in der Politik und der Realisierung etwas näher gerückt.
Die Planung Hess. Landesmuseum wurde vorgestellt. Lt. Herrn Presche werden die Pläne dem Gebäude gerecht (Erbauer: Theodor Fischer).

 


 

Was wird aus dem Palais Bellevue?

Resolution zur Sanierung des Palais Bellevue,
beschlossen von der Mitgliederversammlung am 24. März 2010

Der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Kassel, äussert seine grosse Besorgnis über den Umgang seitens der Stadt Kassel mit dem Palais Bellevue angesichts der aktuellen Planungen, welche in der Sitzung des Ausschusses (der Stadtverordnetenversammlung) für Kultur am 16. März 2010 vorgestellt wurden.

Das Palais Bellevue, zeitweise Hauptresidenz König Jérômes und Kurfürst Wilhelms I., ist das einzige herrschaftliche Wohngebäude der Kasseler Innenstadt, welches auch im Inneren authentisch erhalten ist und von der höfischen Wohnkultur des späten 18. Jh. zeugt. In seiner landes- und baugeschichtlichen Bedeutung für Kassel ist mit diesem Gebäude sonst nur noch der Weißensteinflügel in Wilhelmshöhe vergleichbar. Im Mansardgeschoss des Palais sind zudem wesentliche Teile der ehemaligen Sternwartenaufbauten erhalten (Ursprungsnutzung von 1714), so dass das Gebäude auch einen wissenschaftsgeschichtlichen Wert besitzt.

Die aktuellen Planungen für An- und Umbauten entsprechen dagegen in keiner Weise der inzwischen angekündigten denkmalgerechten Sanierung, sondern folgen z. T. weiterhin der im März 2008 präsentierten Planung für einen Ausbau als Museumsgebäude – und dies sogar, obwohl bislang nicht einmal ein Nutzungskonzept vorliegt, das überhaupt eine Veranlassung für derartige Eingriffe bieten könnte. Auch eine vorgesehene Nutzung des 2. Obergeschosses und des Dachgeschosses (mit den Relikten der Sternwarte) für Büros und Wohnräume ist angesichts der technischen Erfordernisse und der Brandschutzvorschriften mit einer denkmalgerechten Sanierung unvereinbar.

Angesichts der hohen historischen und baugeschichtlichen Bedeutung des Palais Bellevue fordert der Verein deshalb eine behutsame Nutzung, die sich nach der vorhandenen Bausubstanz richtet, sowie einen Verzicht auf jegliche Anbauten an das Hauptgebäude. Die Forderung nach einer denkmalgerechten Instandsetzung und Nutzung gilt dabei auch für die erhaltene Bausubstanz im Inneren des Seitenflügels (fälschlich als „Remise“ bezeichnet).

Dipl.- Ing. Christian Presche
 

Bellevue Original

Das Palais Bellevue im gegenwärtigen Zustand
(Aufnahme von 2008)

Bellevue mit Anbau

Bildmontage:
Das mindestens zu erwartende Bauvolumen!